Zweifelsfrei sind manche Berufe cooler als andere, aber welche sind das überhaupt? Wir haben mal ein paar ganz heiße Kandidaten für alle diejenigen rausgesucht, die immer schon mal „was Besonderes mit Zukunft“ machen wollten.

Text: Kristin Schild, Foto: iStock

 

Software-Entwickler/in für Virtual-Reality-Anwendungen

Bist auch du bereits stolzer Besitzer einer VR-Brille und tauchst regelmäßig in täuschend echte Welten ab? Kaum ein anderes Technologie-Segment wächst wohl so schnell wie der Virtual oder Augmented-Reality-Bereich. Auch der Beruf des Software-Entwicklers, der für diesen Zweig programmiert, steht in der Liste der Trendberufe 2017. Zu Recht, denn laut aktuellen Prognosen wird sich die weltweite Nutzerzahl von Virtual Reality von 43 Mio. Nutzern im Jahr 2016 im Jahr 2018 bereits vervierfacht haben. Die Softwareentwickler stehen somit vor stets größer werdenden Herausforderungen und versuchen, ihren Nutzern immer bessere Darstellungsmöglichkeiten zu bieten. Egal, ob simple Spaziergänge, Simulatoren oder ganze Blockbuster-Spiele, der Bereich der Anwendungen wächst und wächst. Doch nicht nur in der bunten Welt des Entertainments werden die neuen Brillen eingesetzt. Auch im Bereich der Wissenschaft oder der Medizin nimmt der Gebrauch von Virtual Reality immer mehr zu. Sogar die Tourismusbranche will künftig vermehrt auf die realitätsnahe Darstellungsform setzen und ihren Kunden zum Beispiel einen kleinen Rundgang in einem potenziellen Hotel ermöglichen. Du siehst also, der Markt ist groß, und die Nachfrage steigt rapide. Falls du dich für diesen Beruf interessierst, führt dein Weg entweder über eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker oder über ein Informatik-Studium an der Uni oder Fachhochschule. Hier kannst du dich nach einem soliden Grundstudium auf Virtual Reality spezialisieren oder gleich ein Multimedia-Informatik-Studium aufnehmen. Auch an der Universität Göttingen gibt es einen Studiengang für angewandte Informatik. Wer es noch ein wenig spezifischer haben möchte, kann an der Hochschule in Hannover auch Mediendesigninformatik studieren.

 

E-Sport-Manager/in

Ende 2016 hat das Internet-Portal Gehalt.de die Trendberufe für das Jahr 2017 ermittelt; darunter war auch der sogenannte E-Sport-Manager. E-Sport? Ja, du hast richtig gelesen. Als elektronischen Sport, E-Sport, bezeichnet man Computerspiel-Wettkämpfe, bei denen zwei oder mehrere Kontrahenten vor Publikum gegeneinander zocken. Die Begeisterung für solche Events wächst stetig, was vor allem wohl an den vielfältigen Verbreitungsmöglichkeiten im Internet liegt. Wettbewerbe im E-Sport-Bereich füllen heutzutage ganze Fußballstadien und sind zeitgleich noch mit Millionen Zuschauern über Livestreams vernetzt. Kein Wunder also, dass natürlich auch Werbeagenturen und Marketingteams an so etwas interessiert sind. Doch nicht nur damit befasst sich ein E-Sport-Manager. Er muss sich auch noch um die Organisation, die Vermarktung der eigenen Veranstaltung und eine Vielzahl anderer Dinge kümmern. Aufgrund der Vielseitigkeit dieser Wettbewerbe sollte ein E-Sport-Manager also ein echter Allrounder sein. Egal, ob Marketing, Eventbetreuung, Community oder Projektleitung, all diese Bereiche spielen wichtige Rollen bei einem E-Sport-Großereignis. Hast du also vor, E-Sport-Manager zu werden, solltest du dich in all diesen Gebieten möglichst gut auskennen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in diesen Beruf hineinzukommen; natürlich ist eine Ausbildung im Marketing-Bereich von Vorteil, aber noch lange kein Muss. Genauso sieht es mit einem Studium aus. Am wichtigsten sind die Kontakte, und die lassen sich am besten durch ehrenamtliche Jobs im E-Sport-Bereich knüpfen. Das Unternehmen need4Seat in Vellmar bei Kassel zum Beispiel hat bereits einen eigenen E-Sport-Manager, und immer mehr Unternehmen wollen auf den lukrativen Zug aufspringen. Der Traum von einem zukunftssicheren Job in der Gaming-Welt ist also gar nicht so weit weg, wie du vielleicht gedacht hast.

 

Feelgood-Manager/in

Was ein bisschen nach einem Begriff aus der Hipster-Sprache klingt, ist tatsächlich ein neuer und sogar recht angesagter Beruf. Zwar gibt es noch nicht sehr viele Feelgood-Manager in Deutschland, die Tendenz aber steigt. Immer mehr Firmen sorgen sich um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter, denn durch den immer größer werdenden Leistungsdruck in einigen Branchen steigt auch der Stressfaktor bei den Angestellten. Ein Feelgood-Manager sorgt in einem Unternehmen dafür, dass es den Mitarbeitern gut geht. Er hört zu, plant und setzt um. Der bekannteste und vermutlich auch erste Wohlfühl-Manager ist Chade-Meng Tan, der auch als „Jolly Good Fellow“ bei Google bekannt geworden ist. Er wurde zunächst belächelt und als Pausenclown tituliert, doch dann stellte sich tatsächlich eine Verbesserung im Arbeitsumfeld ein. Seitdem wollen immer mehr Unternehmen den „Google-Flair“ auch nach Deutschland holen und ihren Mitarbeitern ein „besseres Gefühl“ vermitteln. Was genau ist jetzt aber die Aufgabe des Feelgood-Managers? Da der Beruf noch recht neu ist und sich sozusagen noch in der Orientierungsphase befindet, reicht auch das Aufgabenfeld von kleineren Verbesserungen bis hin zu Großprojekten. Kostenloses Obst für die Mitarbeiter, ein Umbau des Besprechungsraums oder ein offenes Ohr für die Kollegen, das alles sind Tätigkeiten, um die sich ein Feelgood-Manager kümmern muss. Du musst in der Lage sein, mehrere Projekte auf einmal zu bearbeiten, und du solltest für deine Kollegen immer ein wichtiger Ansprechpartner sein. Da dieser ungewöhnliche Beruf quasi noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es auch noch keine geschützte Berufsbezeichnung oder eine klassische Ausbildung. Allerdings gibt es mittlerweile zahlreiche Ausbildungsstätten, zum Beispiel die Akademie von Goodplace in Hamburg, die eine Fachausbildung zum Feelgood-Manger anbietet. Ein abgeschlossenes Studium im wirtschaftlichen oder sozialen Bereich ist hier aber klar von Vorteil.