Göttingen hat seit Jahren mit Wohnraumknappheit zu kämpfen. Doch Schritt für Schritt wird etwas dagegen getan. Die Wohnungsgenossenschaft eG entwickelte ein Bauprojekt, das zum 01.09. bezugsfertig sein wird: das Appartementhaus „An der Lutter“.

Text: Helena Muhm, Foto: Wohnungsgenossenschaft / Meder

 

Rund 36 000 Menschen studieren derzeit an der Universität Göttingen, und mit Beginn des Wintersemesters 2018/19 werden noch viele weitere dazukommen. Gehörst Du vielleicht auch dazu? Dann wirst Du vor demselben Problem stehen, wie viele angehende Studenten vor Dir: die Wohnungssuche. Denn die Universitätsstadt leidet unter massiver Wohnungsnot!
Die Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen möchte jedoch helfen. Und so entstand im Jahr 2015 die Idee, auf einem Garagengrundstück nahe des Klinikums und der Universität ein Appartementhaus zu bauen. Es ist vorwiegend für Studenten gedacht, aber auch Gastwissenschaftler der Universität oder Angestellte des Klinikums können das Wohnangebot in Anspruch nehmen.
Die Verantwortlichen der Wohnungsgenossenschaft initiierten einen europaweiten Architektenwettbewerb, bei dem Architekten ihre Ideen einreichen konnten. Entschieden hat sich die Jury nach einem zweiphasigen Auswahlverfahren schließlich für Gerber Architekten Dortmund / Hamburg. Das Unternehmen ist seit 2016 mit der Planung und der Ausführung des 20,4 Mio. Euro teuren Bauprojekts betraut. Sie mussten sich jedoch während der Realisierung einer großen Herausforderung stellen: dem Schallschutz. Vor Baubeginn standen auf dem Grundstück 55 Garagen, die das angrenzende Wohngebiet vom Verkehrslärm abschirmten. Eine schallabsorbierende Fassade musste her. Einen derartigen Schutz sieht man sonst nur an Autobahnen.
Auf dem Grundstück im Adam-von-Trott-Weg entsteht derzeit ein Gebäude mit 151 Ein-Zimmer-Appartements sowie 13 Zwei-Zimmer-Appartements und zwei Drei-Zimmer-Appartements, welche bis 01. September – rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters – bezugsfertig sein werden. Die Wohnungen sind mit einer Küche inklusive kleiner Küchenzeile, einem Zweiplattenherd, einer Spüle und einem Kühlschrank ausgestattet; es gibt eine Gemeinschaftsküche, in der ein Backofen genutzt werden kann. Das Bad verfügt über eine Toilette, eine Dusche sowie einen Waschtisch. Ihr Zimmer müssen Einzugswillige selbst möblieren. Ein Einzelappartement ist 26 Quadratmeter groß und kostet 430 Euro Miete. Ein Telefon- und Sat-TV-Anschluss ist in den Appartements vorhanden. Für einen Internetzugang sorgt ein im ganzen Haus verfügbares WLAN, das in der Miete inbegriffen ist. Für Mieter mit einem Auto gibt es 32 Außenparkplätze sowie 69 Plätze in einer Tiefgarage unter dem Gebäude. Darüber hinaus bietet der Außenbereich der Wohnanlage mehrere Innenhöfe mit schönen Grünbereichen und Sitzbänken. Im Café im Kopfbau des Gebäudes kann man gemütlich frühstücken.
Jetzt wirst Du Dich fragen „Sind denn überhaupt noch Appartements frei?“. Ja, es gibt noch freie Appartements. Allerdings solltest Du schnell reagieren. Denn die Wohnungsgenossenschaft rechnet im Zeitraum des Vergabeverfahrens für die Studienplätze Ende September bzw. Anfang Oktober mit sehr vielen Anfragen. Interessenten sollten jedoch beachten, dass die Wohnungsgenossenschaft ihre Wohnungen nur an Mitglieder vermietet. Für eine solche Mitgliedschaft müssen einmalig 1 000 Euro gezahlt werden, die in monatlichen Raten von mindestens 30 Euro abbezahlt werden können. Mit deiner Wohnungsanfrage kannst Du Dich an Benjamin Fahrenholz von der Wohnungsvergabe wenden. Sollten im Appartementhaus „An der Lutter“ keine Wohnungen mehr frei sein, ist die Wohnungsgenossenschaft stets bemüht, ihren Mitgliedern eine von rund 4 700 Wohnungen zu vermitteln. Du kannst Dich auf eine Warteliste setzen lassen und bekommst dann ein Angebot, sobald eine Wohnung frei wird. Und vielleicht hat die lästige Sucherei so auch für Dich bald ein Happy End!